Montag, 8. Dezember 2014

In der Weihnachtsbäckerei II: Vanillekipferl, vegan

Lecker mürb und herrlich vanillig: Die Vanillekipferl. foto: martina lakotta



























Auch Teil Zwei meiner kleinen Weihnachtsbackstube bedient sich eines Klassikers: Dem Vanillekipferl. Bei den hörnchenförmigen Kipferln handelt es sich übrigens um ein deutsch-österreichisch-böhmisches Weihnachtsgebäck. Und wie alles, kann an auch die Vanillekipferl ganz einfach veganisieren - ohne Abstriche im Geschmack machen zu müssen.

Vegane Vanillekipferl: Nussiger Mürbteig küsst Vanille


Für die veganen Vanillekipferl bedarf es eines Mandel-Haselnuss-Mürbteigs und natürlich der Vanille. Außerdem ist es bei dem Rezept wichtig, den Teig ausreichend lange zu kühlen - nur dann lässt er sich problemlos weiterverarbeiten. Also seit so geduldig und gebt dem Vanillekipferl-Teig die Zeit, die er fordert ;-)

Ob mit der Hand, ob mit der Form: Auch krumme  Vanillekipferl machen glücklich

 

So eine Vanillkipferl-Backform braucht ihr für die Herstellung der Kipferl natürlich nicht zwingend. Ich für meinen Teil besitze so ein Ding auch nicht. Dafür bemühe ich mich mit ganz viel Liebe um möglichst gleichmäßige, handgeformte Kipferl. Die sehen sich dann zwar alle nicht ganz so ähnlich, wie das bei den Kipferl-Soldaten aus der Backform der Fall ist, aber schmecken tuen sie immer noch vorzüglich! 

Vanillekipferl getrennt von anderen Plätzchen aufbewahren


Erst wenn die Kipferl ein, zwei Tage durchgezogen sind, zergehen sie so richtig schön auf der Zunge <3 Also bewahrt eure Kipferl in luftdichten Dosen auf. Dort sind sie etwa 4 Wochen lang haltbar (wenn sie vorher denn nicht schon weggefuttert werden). Allerdings solltet ihr die Kipferl nicht mit anderen Plätzchen in einer Dose aufbewahren, da die veganen Vanillis ihr intensives Aroma auf die anderen Kekse übertragen könnten.


Wie so vieles, kann man auch die Vanillekipferl ohne Schwierigkeiten und Abstriche im Geschmack veganisieren. foto: martina lakotta


Was ihr für die veganen Vanillekipferl braucht...


300 g Mehl
100 g Zucker
200 g Margarine (am besten die ALSAN, die ist nicht ganz so weich und lässt sich so besser verarbeiten als andere einschlägig bekannte Margarinen)
60 g gemahlene Mandeln
60 g gemahlene Haselnüsse
4 Päckchen Vanillezucker
100 g Puderzucker
 

Was ihr für die veganen Vanillekipferl machen müsst...


1.) Aus Mehl, Zucker, Margarine, den gemahlenen Nüssen und einem Päckchen Vanillezucker (die übrigen drei brauchen wir später) einen glatten Teig kneten. In zwei Portionen teilen, zu Kugeln formen und in Frischhaltefolie mindestens eine, besser zwei Stunden kalt stellen.

2.) Wenn die Vanillekipferl ihre Ruhezeit hinter sich gebracht haben, den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen.

3.) Eine der Teigkugeln aus dem Kühlschrank holen. Zu einer Rolle formen und in gleichgroße Stücke schneiden - je nach dem wie groß eure Vanillekipferl am Ende sein sollen, müsst ihr die Rolle in größere oder kleinere Stückchen zerteilen. (Ich habe kleine Kipferl geformt, weil ich finde, dass man dann mehr von den Plätzchen hat und es einfach schöner ist, wen man mehr von ihnen hat.) Die kleinen Teigstücke zu Vanillekipferln formen. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech holen und in zehn bis fünfzehn Minuten ganz leicht golden backen. 

TIPP: Je nach dem wie groß eure Kipferl sind, variiert natürlich auch die Backzeit. Also beobachtet eure Plätzchen, während sie im Ofen sind. Nicht das sie verbrennen oder zu roh sind.

4.) Den übrigen  Vanillezucker mit dem Puderzucker in einem tiefen Teller vermischen.

5.) Die  fertigen Kipferl aus dem Ofen holen, kurz auskühlen lassen und in dem  Puderzucker-Vanille-Gemisch wälzen. 

Obacht! Die Vanillekipferl gut auskühlen lassen, bevor ihr sie in Dosen verpackt.


foto: martina lakotta

Sonntag, 7. Dezember 2014

In der Weihnachtsbäckerei: Spitzbuben

foto: martina lakotta
  Was so ein Winter ohne Plätzchen wäre? UNAUSSTEHLICH! Finde ich ;-) Denn wenn es draußen ungemütlich wird, ist es umso schöner, drinnen im wohlig Warmen zu sein und leckere Plätzchen zu fabrizieren. Drum sag ich euch: Egal, wie stressig die Vorweihnachtszeit auch sein mag - die Zeit und Muße zum Kekse backen sollte man sich nehmen.

Ein Weihnachtsklassiker: Spitzbuben, vegan



Wir, also mein Liebster und ich, waren in dieser Saison recht fleißig und haben schon fünf verschiedene Weihnachtsgebäcke aus unserem Ofen geholt. Die Rezepte dazu möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Den Anfang in meiner veganen Weihnachtsbäckerei macht ein Evergreen des adventlichen Backstübchens: Die Spitzbuben.

Ich mache von den Spitzbuben immer gleich die doppelte Portion - sonst sind sie viel zu schnell alle. foto: martin lakotta

Mandel-Mürbeteig trifft auf Frucht: Spitzbübisch gut


Spitzbuben sind in der Zubereitung ein wenig aufwendiger als beispielsweise einfache Butterplätzchen. Denn mit Ausstechen und Backen ist es hier nicht getan - die Kekse aus dem feinen Mandel-Mürbeteig wollen gestapelt und mit Marmelade bestrichen werden. Das braucht halt alles etwas Zeit. Aber das Ergebnis lohnt sich: Eine köstliche Liaison aus Mürbteig und Marmelade lässt Nasch-Herzen höher schlagen.

Plätzchen machen den Winter einfach schöner. foto: martina lakotta


Was ihr für die veganen Spitzbuben braucht...


200 g weiche Pflanzenmargarine
100 g Puderzucker
1 Päckchen Vanille-Zucker
2 EL Sojamehl als Ei-Ersatz
100 g Mandeln, gemahlen
200 g Mehl

1 Glas Marmelade eurer Wahl. Bei uns gab es dieses Jahr Aprikose, Johannisbeere sowie Himbeere zwischen die Kekse.

Was ihr für die veganen Spitzbuben machen müsst...


1.) Für den Ei-Ersatz das Sojamehl mit in etwa der doppelten Menge Wasser glattrühren. Dann aus der Margarine, dem Puderzucker, dem Vanillezucker, dem Soja-Ei-Ersatz, den Mandeln und dem Mehl einen glatten kneten. Falls der Teig zu klebrig sein sollte, so viel Mehl unterkneten, bis der Teig die richtige Konsistenz bekommt. Dann den Spitzbuben-Teig in zwei Portionen teilen, zu je einer Kugel formen und mit Frischhaltefolie umwickelt etwa 2 Stunden kalt stellen.

TIPP:  Nicht erschrecken, wenn der Teig vor dem Kühlschrank-Gang nicht den Eindruck machen sollte, ausgerollt  - geschweige denn ausgestochen werden zu können. Nach dem Kühlen verändert der Mürbteig seine Konsistenz. Er wird nicht nur fester, sondern lässt sich in Folge auch leichter verarbeiten.

2.) Den Backofen auf 160°C Umluft vorheizen.

3.) Die erste Portion vom kalt gestellten Spitzbubenteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche gleichmäßig etwa 3mm dick ausrollen. Mit einem z.B. runden Ausstecher die Plätzchen ausstechen. Bei der Hälfte der Plätzchen in der Mitte ein kleines Loch ausstechen. Die veganen Spitzbuben auf dem mit Backpapier ausgelegten Backblech platzieren und für 8 bis 10 Minuten im Ofen backen.

4.)  Die fertig gebackenen Spitzbuben auskühlen lassen.

5.) Die Marmelade in einen kleinen Topf geben und erhitzen. Vom Herd nehmen. Jetzt jeweils die Plätzchen-Unterseiten - also die Kekse ohne Loch in der Mitte - mit der Marmelade bestreichen. Ein Plätzchen mit einem Loch darauf stapeln.

Wer will, kann die veganen Spitzbuben natürlich auch noch dünn mit Puderzucker bestäuben - ich habe darauf verzichtet, weil mir die Süße der Marmelade genügt.

Die Spitzbuben in einer luftdichten Dose aufbewahren und die kleine Nascherei nach Bedarf genießen. 

Ich wünsche euch allen einen schönen restlichen Advents-Sonntag und viel Spaß beim Backen ! <3

foto: martina lakotta


Freitag, 28. November 2014

Schicht für Schicht: Kürbis-Lasagne



Schicht für Schicht ein Genuss: Die Kürbislasagne! foto: martina lakotta



Nach dem Ausflug in die asiatische Küche, der bei Zeiten sicherlich fortgesetzt wird (zumal die angekündigten Klebreis-Bollos ja noch immer offen sind), wird´s erstmal wieder europäisch. Außerdem findet das fünfte Kürbisrezept seinen Weg auf meinen Blog: Die Kürbis-Lasagne.

Kürbis fünf Mal anders


Bisher kredenzt wurden:


Auch geschichtet zwischen Lasagneblättern ist der Kürbis ein wahrer Gaumenschmaus. Ich habe mich hier einmal mehr für den Hokkaido-Kürbis entschieden. Der ist einfach so schön leicht zu verarbeiten, weil man ihn nicht erst mühsam schälen muss. Aber das Rezept funktioniert sicherlich auch mit anderen Kürbissorten ganz gut. 

 
Fleisch braucht man für eine leckere Lasagne nun wirklich nicht :) foto: martina lakotta

 

Tomaten bringen Säure, Hokkaido die Süße: Lecker Lasagne ganz ohne Fleisch und Co.



Tomaten steuern der Lasagne eine leichte Säure bei - so kommt der Geschmack gut in Waage, da der Hokkaido ja einen eher süßlichen Geschmack hat. Was bei so einer Lasagne natürlich nicht fehlen darf, ist eine leckere Bechamel, die Schicht um Schicht für eine leckere cremige Konsistenz sorgt. Der Soßen-Klassiker ist ganz einfach zu veganisieren: Statt Butter gibt´s Margarine (z.B. die ALSAN), statt Kuhmilch einfach Pflanzenmilch. Und auch auf den käsigen Geschmack muss man bei der veganen Küche nicht verzichten: Entweder man greift hier - so wie auch ich dieses Mal - auf den Wilmersburger Pizzaschmelz zurück oder macht eine leckere Käsekruste aus Mandelmus. Mandelmus mag sich zunächst einmal etwas seltsam anhören - aber tatsächlich ist es herrlich pikant und ein würdiger Käse-Ersatz.


Ich habe bei dieser Lasgne keine Mandelmus-Kruste gemacht, sondern der Einfachkeit halber auf den Wilmersburger zurückgegriffen. foto: martina lakotta


Was ihr für die Kürbislasagne (4 - 6 Portionen) braucht...


Lasagneblätter
1 kleinen Kürbis (z.B. Hokkaido)
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
2 Tomaten
1 Dose Tomaten, gestückelt
100 bis 120 ml Pflanzen-Cuisine (z.B. Soja, Hafer, Reis, Dinkel usw.)
Oregano, getrocknet 
Basilikum, getrocknet
Salz
Pfeffer
Öl zum Braten

Für die Bechamel:


300 - 400ml Pflanzenmilch (z.B. Reis, Hafer, Soja, Dinkel usw.)
3 EL Pflanzenmargarine (z.B. die ALSAN, die wie ich finde, einfach am besten schmeckt..)
2 EL Mehl
Salz
Pfeffer
Muskat

Für die vegane Käsekruste: 


3 EL weißes Mandelmus
1 - 2TL Hefeflocken
Salz
Pfeffer

ODER: Wilmersburger Pizzaschmelz

Außerdem: Ein paar Basilikumblätter zum Garnieren


Was ihr für die Kürbislasagne machen müsst...


1.) Den Kürbis in mundgerechte Stücke schnibbeln. Zwiebeln, Knoblauch und Tomaten hacken.

2.) Das Öl in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebeln darin glasig andünsten. Dann kommen Kürbis, Tomaten und Knoblauch mit dazu. Alles ein bis zwei Minuten rührbraten. Die gehackten Dosentomaten und die Cuisine dazugeben und gut mit dem Kürbis-Tomaten-Gemüse vermengen. Das ganze 10 bis 15 Minuten bei wenig Hitze köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und Kräutern abschmecken. Vom Herd nehmen und bei Seite stellen.

3.) Den Ofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.

4.) Für die Bechamel zunächst eine Mehlschwitze herstellen: Dazu die Margarine in einem kleinen Topf schmelzen. Das Mehl mit einem Schneebesen unterrühren. Unter stetigem Weiter-Rühren mit Milch aufgießen und köcheln lassen, bis die Bechamel eine cremig-sämige Konsistenz erhält. Dann sofort vom Herd nehmen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Bei Seite stellen.

5.) Für die Kruste aus Mandelmus, das weiße Nuss-Mus mit etwas Wasser aufstrecken. Mit Hefeflocken, Salz und Pfeffer würzen.

6.) Dann abwechselnd Lasagneblätter, eine Schicht Tomaten-Kürbis-Soße und ein paar Klekse Bechamel in einer Auflaufform verteilen, bis sie voll ist. Die letzte Schicht bildet das Mandelmus oder der Wilmersburger-Schmelz. 

7.) Die Lasagne in den Ofen schieben und 35 Minuten backen. Mit Basilikumblättern garnieren und servieren.

Für noch mehr Käse-Taste habe ich noch etwas Jezzano - eine vegane Streukäse-Alternativ -dazu serviert. foto: martina lakotta

Lepat Pisang: Bananenpudding


Nachdem das Projekt Klebreisbällchen erstmal etwas nach hinten geschoben werden muss, gibt es für euch heute eine andere asiatische Süßspeise auf meinem Blog: Einen Bananenpudding.


Welcome to Singapur: Lepat Pisang aka Bananenpudding

 

Nomnomnom - Bananenpudding! <3 foto: martina lakotta


Für den Bananenpudding braucht es nicht viele Zutaten: Kokosmilch, Mehl, Zucker und Bananen sind die einzigen vier Dinge, die ihr dafür besorgen müsst. In Singapur wird der bananige Pudding sogar in Bananenblättern serviert. In dem Asia-Laden meines Vertrauens hätte es die Blätter zwar auch zum Kaufen gegeben – aber gefettete Flan-Schälchen tuen es genauso. Da brauch ich keine Blätter vom anderen Ende der Welt... auch, wenn es natürlich äußerst schick aussieht, den Pudding in den zu Schälchen geformten Blätter zu servieren.


Was ihr für Lepat Pisang (4 Portionen) braucht...



2 reife Bananen
3 – 4 EL Weizenmehl
3 EL Rohrzucker oder braunen Zucker
1 Prise Salz
¼ l Kokosmilch


Was ihr für Lepat Pisang machen müsst...



  1. Eine umgedrehte Tasse oder ein Wok-Kreuz in den Wok oder einen großen Topf stellen und bis knapp unter den Rand Wasser angießen. Deckel drauf und das Wasser zum Kochen bringen.
  1. So lange schon einmal die Bananen schälen und mit einer Gabel zerdrücken. Mehl, Zucker und Salz dazugeben und gut verrühren. Von der gut geschüttelten Kokosmilch 180 ml abmessen. Nach und nach unter den Bananenbrei rühren, bis ein weicher, aber nicht zu flüssiger Teig entsteht.

  2. Vier Flanschälchen einfetten und den Bananenpudding auf die Schüsseln verteilen. Mit Alufolie abdecken. Die Förmchen in einen kleineren Topf oder in eine feuerfeste Schale geben und in den Wok bzw. den Topf auf die Tasse stellen. Bei geschlossenem Deckel 10 bis 15 Minuten dämpfen.

  3. Den Pudding aus den Schälchen stürzen und mit der restlichen Kokosmilch beträufeln.

Mittwoch, 19. November 2014

Gomoku Yakisoba: Nudeln mit fünf Köstlichkeiten

Weil Bohnenpaste nicht gleich Bohnenpaste ist...


Eigentlich hatte ich euch nach dem Khao Phad Sapparot ja eine chinesische Süßspeise versprochen. Die Zubereitung der gefüllten Reisbällchen war auch schon im vollen Gange: Der Klebreis war gedämpft, die Kokosmilch und die süße Bohnenpaste standen bereit. Und gerade, als ich mich dem Füllen der Bällchen widmen wollte, konnte mein Freund - zum Glück - nicht widerstehen, hat von der Bohnenpaste genascht und in einer Mischung aus Ekel und Überraschung das Gesicht verzogen.
Er: "Die ist aber nicht süß!?"
Ich: "Wie, die ist nicht süß?!" 
Da hab ich auch mal probiert. Und tatsächlich. Die Paste war salzig. Geschmacklich zwar nicht schlecht, aber auf jeden Fall nicht zum Füllen der süßen Bällchen geeignet. Hrmpf. Da habe ich mir wohl leider einen kleinen Fehlkauf geleistet und anstelle der süßen Paste die Salzige mit nach Hause genommen. Doof sowas. Zu meiner Verteidigung: Es ist gar nicht so einfach, als Europäerin den Überblick in dem riesigen Asia-Supermarkt zu behalten... überall exotische Zutaten in seltsam anmutenden Verpackungen und ungewohnt schrägen Designs... da kann man schon mal daneben greifen. Jaaa... guuuuut... Alle Waren sind  extra nochmal deutsch beschriftet... aber ich war halt abgelenkt. Von den knalligen Verpackungen. Und den fremd anmutenden Supermarkt-Artikeln. Dem asiatischen Flair. Und überhaupt. War auf jeden Fall nicht meine Schuld. Dieser Fehlkauf. ;-)

Weil der Asia-Supermarkt nicht gerade bei mir ums Eck rum ist, muss ich euch wegen des Klebreisbällchen-Rezepts leider nochmal vertrösten. Doch wie sacht man nicht so schön? The show must go on! Darum mach ich jetzt einfach weiter im asiatischen Blog-Programm. Statt den süßen Bollos gibt´s für euch heute Gomoku Yakisoba. Zu Deutsch: Nudeln mit fünf Köstlichkeiten.

Welcome to Japan: 

Gomoku Yakisoba Yakiudon

 

Gomoku Yakisoba: Eine japanische Gemüse-Pfanne. foto: martina lakotta



Kleine asiatische Nudel-Kunde


Wie der Name schon verrät, treffen hier japanische Nudeln auf fünf leckere Kostbarkeiten. Die Nudel wird in unseren Gefilden ja eher der italienischen Küche zugeschrieben. Einige Historiker vertreten jedoch die These, dass es Marco Polo gewesen sein soll, der die Nudel überhaupt aus China mit nach Italien gebracht hat. Also ist die Nudel vielleicht doch keine ur-europäische Speise. Wie dem auch sei. Das tut dem Pasta-Hunger der Deutschen nichts ab. Doch Pasta geht auch anders. Asiatisch nämlich. So haben sich auch viele japanische Restaurants auf Nudeln spezialisiert: Dort stehen Nudeln mit Soße, Nudeln in der Suppe oder Nudeln mit Gemüse und Seetang auf der Speisekarte. Asiatische Nudeln werden aus unterschiedlichen Zutaten hergestellt: Aus Reis, Mungobohnen, Weizen, Krabben, Seetang, Mais oder Buchweizen. Einige Nudeln enthalten Ei, viele kommen auch ohne aus. Die japanischen Nudeln aus Weizen nennt man Udon. Es gibt sie frisch, vorgekocht oder (meist) getrocknet zu kaufen. Sie werden in Bündeln verkauft. Ein dünner Streifen aus Papier hält die Udon zusammen. Und genau diese Udon brauchen wir auch für ein möglichst authentisches Gomoku Yakisoba.

Rechts oben seht ihr die gebündelten Udon-Nudeln, die es für ein authentisches Gomoku Yakisoba braucht. foto: martina lakotta

Von Pilzen und anderen Zutaten


Neben den Udon kommen Tofu, Karotten, Paprika, Schlangenbohnen und getrocknete Shiitake-Pilze in das Gomoku Yakisoba. Shiitake sind reich an Eiweiß. Davon enthalten sie sogar doppelt so viel, wie unsere Champignons. Der Geschmack der getrockneten Shiitakes ist ziemlich intensiv. Sie schmecken leicht süß, etwas säuerlich und sind ziemlich fleischig. Ich habe das Gomoku Yakisoba in der letzen Woche zwei Mal zubereitet. Das erste Mal mit den getrockneten Shiitakes, das zweite Mal mit gewöhnlichen Champignons.  Denn um ehrlich zu sein, war die Konsistenz der getrockneten und dann aufgeweichten Shiitakes nicht so ganz nach meinem Geschmack. Die waren mir irgendwie zu gummig und süß. Deswegen gab´s die Nudeln beim zweiten Mal mit Champignons. Da hat mir das Ganze gleich viel besser geschmeckt :) Als dritte und letzte Variante könnte man auch getrocknete Steinpilze verwenden. Das spielt so manch fleißigem Pilz-Sammler sicherlich in die Karten. Außerdem habe ich noch ein paar Sojasprossen in die Pfanne gegeben. Genau genommen handelt es sich bei meiner Variante also um Nudeln mit sechs Köstlichkeiten. ;-)


Statt Shiitake habe ich bei meinem zweiten Gomoku-Yakisoba-Versuch auf heimische Champignos zurückgegriffen. Auch getrocknete Steinpilze sind eine Option. Außerdem habe ich noch eine sechste Köstlichkeit hinzugefügt: Sojasprossen. foto: martina lakotta



Schlichte Würze, voller Geschmack: Gomoku Yakisoba aus Pfanne oder Wok


Chili, Ingwer und Knoblauch verleihen dem Gomoku Yakisoba eine angenehme Schärfe. Außerdem wird die Nudel-Gemüse-Pfanne mit Sake, Hoisin und Soja-Soße gewürzt. Anstelle von Sake kann man aber auch auf Sherry zurückgreifen. Alles recht simpel. So kommt der Eigengeschmack von dem Gemüse besser zur Geltung. Übrigens wird in Japan traditionell kein Wok verwendet. Dafür kennt man dort verschiedene Formen von Pfannen. Aber wer will, kann das Gomoku Yakisoba natürlich auch im Wok zubereiten. 


In Japan wird traditionell nicht mit dem Wok gekocht. Dafür kennt man dort Pfannen in unterschiedlichster Gestalt. Ich selbst bin allerdings auch nicht in Besitz irgendeiner japanischen Traditionspfanne - da tut es auch eine Herkömmliche. foto: martina lakotta


Was ihr für Gomoku Yakisoba (4 Portionen) braucht...

 
15 g getrocknete Shiitake, getrocknete Steinpilze oder paar Champignon-Köpfchen
250 g japanische Udon (alternativ tuen es auch andere asiatische Weizennudeln)
200 g geräucherten Tofu
1 Knoblauchzehe
5 cm Ingwer
1 kleine Chili
1 rote Paprika
2 Karotten
1 handvoll Sojasprossen
150 g Brechbohnen
Erdnussöl zum Braten
2 EL Sake oder Sherry
1 EL helle Sojasoße
2 EL Hoisin
0,5 - 1 TL Salz
Pfeffer


Was ihr für Gomoku Yakisoba machen müsst...


1.) Die getrockneten Pilze 30 bis 40 Minuten in heißem Wasser einweichen. Nudeln nach Packungsanweisung kochen, kalt abschrecken und bei Seite stellen.

2.) Den Tofu in dünne Scheiben schneiden. Knoblauch, Ingwer und Chili fein hacken. Paprika und Karotten in dünne Streifen schneiden. Wenn ihr keine getrockneten Pilze verwendet, bleiben noch die Champignons zu vierteln.

3.) Öl in Pfanne oder Wok erhitzen und den Tofu von beiden Seiten knusprig anbraten, herausnehmen und auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen.

4.) Nochmal etwas Öl in Pfanne oder Wok erhitzen. Ingwer, Knoblauch, Chili, Karotten, Paprika, Pilze, Sprossen und Bohnen ein paar Minuten rührbraten, sodass das Gemüse bissfest ist.

5.) Tofu und Nudeln mit dem Gemüse vermischen. Mit Sake, Sojasoße und Hoisin würzen. Mit Salz und Peffer abschmecken und heiß servieren.


Mmmmmh...fertig ist die japanische Nudelpfanne. Lasst euch euer Gomoku Yakisoba schmecken. foto: martina lakotta

Freitag, 7. November 2014

Khao Phad Sapparot: Pikanter Kokosreis mit Ananas (und einem süß-sauren Salat aus Mango, Apfel und Orange)

Den Anfang meiner asiatischen Blog-Tage macht der Pikante Kokosreis mit Ananas, namens Khao Phad Sapparot. foto: martina lakotta

Welcome to Thailand: Khao Phad Sapparot


Ich finde ja, jeder der die vegane Küche mag, muss die asiatische Küche lieben. Denn auf diesem Teil der Erde gibt es nicht nur viele vegetarische Gerichte, sondern meist auch Speisen, die ohne Milchprodukte wie Käse und Sahne auskommen. Deswegen werden meine nächsten Blogposts auch von der asiatischen Küche inspiriert. 

Was hier gekocht wird


Den Anfang macht ein super simples, thailändisches Gericht mit dem schönen Namen "Khao Phad Sapparot". Khao Phad Sapparot bezeichnet eine Brat-Reispfanne mit Ananas. In diesem Rezept hier wird der Reis in ungesüßter Kokosmilch gar gekocht. Die nötige Schärfe sowie Würze liefern Chili, Koriander, Hoisin und eine Mischung aus fünf Gewürzen

Kleine Zutatenkunde: Koriander und Hoisin


Koriander wird übrigens auch als chinesische Petersilie bezeichnet und soll eines der ältesten bekannten Kräuter dieser Welt sein. Interessant finde ich auch, dass das Kraut seinen Ursprung in Südeuropa hat und in unseren Gefilden trotzdem nur halb so oft Verwendung findet, wie in Asien, dem Mittleren Osten und Lateinamerika. Dort ist Koriander zum unverzichtbaren Küchenbegleiter geworden. Das grüne Kraut hat seinen Namen von dem Griechischen "koris", was übersetzt so viel wie "Wanze" bedeutet. Man sagt, dass der Duft, den die Blätter absondern, einem Raum voller Wanzen ähneln soll. Anders beschrieben duftet Koriandergrün zitronig-pfeffrig und schmeckt säuerlich-scharf. Die gerösteten Samen riechen nach verbrannter Orange, zerstoßen geben sie jedem Gericht ein angenehm würziges Aroma.

Hoisinsauce werden die meisten sicherlich schon kennen. Die zähflüssige Sauce schmeckt süß-salzig und wird aus Sojabohnen, Knoblauch, Chilischoten und anderen Gewürzen hergestellt. Sie findet oft als Dip oder Marinade Verwendung oder wird einfach zum Würzen - wie auch in diesem Khao Phad Sapparot hier - hergenommen. 


Zu dem süßen Khao Phad gibt es einen fruchtig-sauren Salat. foto: martina lakotta


 

 

Zu was Süßem, gibt´s was Saures...


Weil Ananas und Kokosmilch die Reispfanne alles in allem recht süß machen, passt ein fruchtig-saurer Salat aus Mango, Äpfeln und Orange ganz wunderbar dazu und nimmt dem Gericht etwas von der Süße. Das Rezept für den Salat finder ihr hier. Ich empfehle euch, das Khao Phad Sapparot auf jeden Fall mit dem Salat zu kombinieren.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ihr für Khao Phad Sapparot (3 - 4 Portionen) braucht....


250 g Duft- oder Langkornreis
500 ml Kokosmilch, ungesüßt
0,5 TL Salz
5 Schalotten
1 - 2 rote Chili (je nachdem wie scharf ihr´s mögt)
2 Knoblauchzehen
5 Cocktailtomaten
400 g Ananas (am besten frisch, aber die Dose tut´s auch) 
3 - 4 Stängel Koriander, frisch
2 EL Hoisin-Sauce
2 EL Tomatenmark
1 EL Sojasoße
1TL 5-Gewürze-Pulver

Erdnussöl zum Braten


Was ihr für Khao Phad Sapparot machen müsst...


1.) Den Reis in der Kokosmilch mit dem halben Teelöffel Salz bei wenig Hitze weich köcheln. Bei Seite stellen und gut abkühlen lassen.

2.) Chili, Knoblauch, Schalotten und Koriander fein hacken. Tomaten und Ananas würfeln. 

3.) Erdnussöl in einer Pfanne - optimalerweise natürlich im Wok ;-) - erhitzen. Chili, Knoblauch und Schalotten ein bis zwei  Minuten rührbraten. Tomate und Ananas dazugeben und solange rührbraten bis die Tomaten sämig sind.

4.) Den ausgekühlten Reis zu dem Gemüse in den Wok geben und unter Rühren erhitzen. Mit Tomatenmark, Hoisin-Sauce und 5-Gewürze-Pulver würzen. Frischen Koriander untermischen und sofort servieren.

PS: Verzeiht die qualitativ eher schlechten Fotos...der Winter kommt, es wird früh dunkel draußen und das Licht fehlt einfach beim Fotografieren. Und weil ich noch am Anfang meiner Food-Photography-"Karriere" ;-) stehe, habe ich noch keine Profi Ausleuchtungs-Ausrüstung und muss mit dem Licht arbeiten, das die Beleuchtung in meiner Küche hergibt ;-) Aber ich denke, man kann auf den Fotos trotzdem erkennen, wie das Endergebnis aussieht. 

Süß-Saurer Salat aus Mango, Apfel und Orange

Mango, Apfel und Orange treffen auf  Limette, Cashew, Koriander und grüne Zwiebeln. Das Ergebnis: Ein fruchtig-saurer Salat. foto: martina lakotta

Süß-Saurer Salat aus Mango, Apfel und Orange

Dieser Salat hier passt ganz hervorragend zum Khao Phad Sapparot - aber mir schmeckt er auch als Nicht-Beilage ganz gut. 

Bei uns gab es den Salat als Beilage und "sauren Gegenspieler" zum süßlichen Khao Phad Sapparot. foto: martina lakotta

Was hier gekocht geschnibbelt wird


Für den Salat braucht ihr  Orange, Mango und Apfel - die würzige Note liefern Frühlingszwiebel und Koriander. Und für etwas Biss sorgen gehackte Cashewkerne. Ich habe für den Salat eine Thai-Mango im Asialaden ergattert. Eigentlich wollte ich euch noch ein Foto von dem Früchtchen machen - aber im Übereifer habe ich das irgendwie vergessen. 
Die Ma-Muang, wie Thais sie nennen, schmeckt schön intensiv, herrlich süß und hat ein faserfreies Fruchtfleisch. Als besondere Delikatesse gilt das Fruchtfleisch direkt am sehr flachen Kern der Mango. Wenn ihr keine Thai-Mango bekommt, könnt ihr natürlich auch auf  "gewöhnliche" Mango zurückgreifen.


Was ihr für den Fruchtig-Sauren Salat (4 Portionen) braucht...


2 Orangen
2 saure Äpfel
1 Mango
1 Bund Frühlingszwiebel
1 gute handvoll Cashewnüsse
Koriandergrün
Pfeffer
Salz
Erdnussöl
2 Limetten und von denen den Saft


Was ihr für den Fruchtig-Sauren Salat machen müsst...


1.) Orange, Äpfel und Mango in mundgerechte Stücke schneiden. Frühlingszwiebel in dünne Ringe schneiden, Cahsew und Koriander fein hacken. Alles in eine große Schüssel geben.

2.) Aus Erdnussöl, Limettensaft und Salz ein saures Dressing anrühren. Mit dem Salat vermengen und etwas ziehen lassen. Mit Pfeffer abschmecken. Fertig :-)


Ich habe für den Salat eine Thai-Mango namens Ma-Muang verwendet - aber eine "herkömmliche" Mango passt genauso gut dazu. foto: martina lakotta


To be continued: Die kulinarische Reise durch Asien geht weiter.........


Khao Phad Sapparot und der fruchtig-saure Salat haben den Anfang meiner asiatischen Blog-Tage gemacht. ;-) Nach dem Wochenende gibt´s das Rezept für mit Bohnenpaste gefüllte Klebreisbällchen aus China.

Und weil´s mir gerade so Spaß macht, asiatisch zu kochen, könnt ihr euch auch schon mal auf ein weiteres japanisches Haupgericht - Gomoku Yakisoba - und einen Bananenpudding aus Singapur - Lepat Pisang - freuen. 

<3 Bis dahin ihr Lieben: Lasst euch das Leben schmecken und genießt euer Wochenende! <3

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Kürbis im Mantel: Kürbisstrudel aus Filoteig

Auch dem Gemüse wird´s kalt - Kürbis im Filo-Mantel

Das vierte Kürbisrezept auf dem Rezeptekompass widmet sich dem Strudel. foto: martina lakotta

Der Kürbis ist für mich das Gemüse im Herbst! Ob gefüllt mit einem Risotto aus Wildreis, püriert in einem leckeren Süppchen samt deftigen Einlagen oder eingewickelt mit Kraut und in Gesellschaft von Kartoffeln - ich finde, der Kürbis ist der ideale Begleiter für die herbstliche Küche.

Veganer Filoteig für Faule...


Hier zeige ich euch, wie ihr einen Kürbis-Strudel aus Filoteig zubereiten könnt. Natürlich könnte man den Filoteig auch selber machen - das war mir an jenem Abend aber einfach zu viel Aufwand... manchmal habe auch ich keine Lust darauf, nach Arbeit oder Uni ewig in der Küche zu stehen... und von Zeit zu Zeit, ist es, denke ich, schon in Ordnung auf Fertigprodukte im Supermarkt zurück zu greifen
Einfachkeitshalber habe ich mir also einfach fertigen Filoteig aus dem Supermarkt besorgt. Der Filo- (oder Strudelteig), den es im Edeka oder Marktkauf zu kaufen gibt, ist frei von tierischen Bestandteilen (hier ein Link zu der Zutatenliste) und damit auch für vegane Rezepte geeignet. 

 

 Was mache ich, wenn ich keinen Filoteig im Supermarkt finde?!


Wer keinen Filoteig finden sollte, kann alternativ auch einfach Blätterteig besorgen. Auch den gibt es vegan im Supermarkt - und das wider der meisten Erwartungen, da in den originalen, hausgemachten Blätterteig eigentlich massig Butter (über 500 g für eine Portion) gehört... So veräppelt sie uns halt einmal mehr, die Lebensmittel-Industrie. Versteht mich nicht falsch! Ich finde es zwar gut, dass es den Blätterteig frei von tierischen Bestandteilen im Supermarkt gibt - allerdings wird hier einmal mehr die Erwartungshaltung der Verbraucher unterlaufen, die davon ausgehen, dass auch im fertigen Blätterteig - eben wie im Selbstgemachten -  Butter gehört. Pustekuchen. 

Kleiner Exkurs: Warum wir Foodwatch brauchen


Wer mehr über die Täuschungen der Nahrungsmittel-Industrie erfahren möchte, sollte der Internetseite der Organisation foodwatch einmal einen Besuch abstatten. Die selbsternannten Essensretter haben der Verbrauchertäuschung den Kampf angesagt und machen großen Nahrungsmittel-Konzernen das Leben zumindest etwas schwerer. Ich finde die Arbeit, die die Essens-Überwacher von foodwatch leisten gut - die Industrie hat in meinen Augen ohnehin schon zu wenig Interesse daran, wirklich gesunde Nahrungsmittel frei von Geschmacksverstärkern, Konservierungsstoffen und anderen E´s für uns zu produzieren...
Bei Foodwatch kann man sich gut über die neusten Vergehen, laufende Prozesse und größten Betrügereien besagter Branche informieren und sich so einen ersten Überblick verschaffen.

Mit einem >>> KLICK <<< könnt ihr euch selbst ein Bild von der Arbeit von foodwatch machen. 

Jetzt aber zurück zum Kürbisstrudel


Naja, genug exkurst ;-) Kommen wir zum eigentlichen Thema zurück: Dem Kürbisstrudel aus Filoteig. Dank dem fertigen Teig aus dem Supermarkt, ist auch dieses Rezept simpel zuzubereiten. Neben dem geschnibbelten Gemüse kommt noch etwas vegane Bechamel-Soße in den Strudel. Dann wird das Gericht nicht zu trocken.

Kürbis im Filoteig <3 foto: martina lakotta

Was ihr für den Kürbisstrudel (4 - 5 Portionen) braucht...

 

Für den Strudel und die Kürbis-Füllung:


1 Rolle Filoteig (alternativ geht auch Blätterteig)
0,5 - 1 kleinen Hokkaido-Kürbis
1 Karotte
2 Tomaten
1 Zwiebel
4 - 5 cm Ingwer
1 Zehe Knoblauch
3 - 4 EL Kürbiskerne


2 - 3 EL Tomatenmark
einen Schuss Pflanzencuisine zum Verfeinern
Muskat
Salz, Pfeffer

Öl zum Braten

etwas Pflanzenmilch zum "Kleben"
Kürbiskerne für Oben-drauf

Für die vegane Bechamel:

2 EL Pflanzen-Margarine (ich nehme hier am liebsten die ALSAN, weil sie geschmacklich einfach am besten ist - die ALSAN gibt es inzwischen nicht nur in Bioläden oder Reformhäusern, sondern auch in vielen großen Supermarktketten)
2 EL Mehl
200 ml Pflanzenmilch (z.B. aus Reis, Soja, Dinkel usw.)
Salz 
Pfeffer
Muskat

 

Was ihr für den  Kürbisstrudel machen müsst...


1.) Hokkaido ist in der Zubereitung besonders einfach: Der Kürbis muss nicht geschält werden. Dass heißt, ihr könnt gleich damit loslegen, den Kürbis zu entkernen und in mundgerechte Stücke zu schneiden. Tomaten, Karotte und Zwiebel in kleine Würfel schneiden. Ingwer und Knoblauch fein hacken.

2.) Das Öl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel, Karotte und Kürbis dazugeben und das Gemüse zwei bis drei Minuten rührbraten. Jetzt Ingwer, Knoblauch, Tomatenmark und Kürbiskerne mit in die Pfanne geben und alles zusammen nochmal etwa 30 Sekunden rührbraten. Mit reichlich Salz, Pfeffer sowie Muskat abschmecken und mit einem Schuss Pflanzencuisine verfeinern. Pfanne von der heißen Herdplatte nehmen und bei Seite stellen.

3.) Jetzt die vegane Bechamel zubereiten: Dafür die Margarine in einem kleinen Topf schmelzen. Das Mehl dazugeben und mit einem Schneebesen bei mittlerer Hitze und unter ständigem Rühren anschwitzen. Nur nicht zu lange - die Mehlschwitze sollte lediglich "hellblond" sein. Mit der Milch ablöschen und unter ständigem Rühren aufkochen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und bei wenig Hitze so lange köcheln lassen, bis die Bechamel eine cremige Konsistenz  bekommt. Vom Herd stellen.

4.) Den Ofen auf 180 ° C Umluft vorheizen.

5.) Als nächstes legt ihr euch ein genügend großes Küchentuch ausgebreitet auf eure Arbeitsfläche. Darauf jetzt den gekauften Filo- oder Blätterteig samt dem Backpapier, mit dem er meist in der Verpackung ist, ausbreiten. Mit Hilfe des darunterliegendes Küchentuchs, könnt ihr den Teig nachher mit schön viel Schwung einrollen.

6.) Die vorbereitete Füllung auf dem Filo- oder Blätterteig verteilen. Dabei zu etwa allen Seiten etwa zwei Zentimeter Rand aussparen. Die Ränder umklappen. Jetzt noch die vegane Bechamel auf der Kürbismischung verteilen. Das Küchentuch mit beiden Händen an den Ecken greifen und den Teig mit viel Schwung zu einem Strudel einrollen. Es ist wirklich wichtig, dass ihr an dieser Stelle schnell und nicht zu schüchter arbeitet - dann geht beim Einrollen auch alles gut. :-)

7.) Den Strudel auf ein Backblech bugsieren, mit etwas Pflanzenmilch bestreichen und noch einige Kürbiskerne oben drauf verteilen. Jetzt in den vorgeheizten Ofen schieben und schön goldbraun fertig backen.





Dienstag, 28. Oktober 2014

Ein verkanntes "Superfood" - was die Hirse alles kann: Tinkis Hirse-Bratlinge

Der Bratling kommt bei vielen Veganern oder Vegetarieren immer dann auf den Teller, wenn es gilt, ein Stück Fleisch gegen etwas Tierfreies auszutauschen. Dabei sind der Fanatasie und dem Geschmack eigentlich keine Grenzen gesetzt - die fleischfreien Buletten gibt es nämlich in unterschiedlichsten Variationen: Da wären zum Beispiel der Grünkern-Bratling, der Tofu-Bratling, der Quinoa-Bratling, der Couscous-Bratlig, der Reis-Bratling, der Mais-Bratling, der Vollkorn-Bratling, der Linsen-Bratling, der Erbsen-Bratling und und und.... ich möchte heute mit euch mein Rezept für den Hirse-Bratling teilen. 

Damit die Bratlinge schön saftig sind, gebe ich neben Zwiebel auch noch fein gewürfelte Paprika und Karotte dazu. foto: martina lakotta

Holt die Kolben aus dem Käfig: Hirse als "Superfood" und Getreide bei Gluten-Unverträglichkeiten


Das kleine Hirsekorn ist nach dem Hafer eines der gesundesten Getreidesorten. Neben Eiweiß und B-Vitaminen stecken reichlich Mineralstoffe und Spurenelemente in der Hirse: Das Körnchen ist nämlich ganz besonders reich an Eisen (knapp 7 mg pro 100 g), Magnesium und Silicium. Für mich hat es sich darum allemal einen Platz unter diesen - wie sagt man heute nicht so schön ^^ -  "Superfoods" mit extra Gesundheitswert verdient.
Übrigens dürfen auch Menschen mit Gluten-Unverträglichkeit bei der Hirse zulangen: Das Hirsekorn ist nämlich eine glutenfreie Getreideart und somit eine gute Alternative zu Weizen und Co. Fazit: Die Hirse sollte nicht nur bei Kanarienvögeln und Wellensittichen in Kolbenform im Käfig hängen, sondern mindestens genauso oft bei uns auf dem Teller landen. (An dieser Stelle mal ganz davon abgesehen, dass die Vögelchen ohnehin nicht in kleinen Käfigen als Haustier gehalten werden sollten...) 

Kolben aus dem Käfig geholt: Hirse-Bratlinge für die Teller


Die Hirse-Bratlinge sind jedenfalls recht unkompliziert zuzubereiten. Ich gebe immer noch feine Karotten- und Paprika-Würfel in die Bratling-Masse rein - dann werden die gebratenen Hirse-Bratlinge auch schön saftig. Die Rolle als Bindemittel übernehmen bei diesen veganen Bratlinge nicht die Eier, sondern Soja- oder Kichererbsenmehl.

Hirse-Bratlinge mit Dillkartoffeln und vegan paniertem Blumenkohl

 

Hirse-Bratlinge mit paniertem Blumenkohl und Dillkartoffeln. foto: martina lakotta

Bei uns gab´s zu den letzten Hirse-Bratis Dillkartoffeln und ausgebackenen, panierten Blumenkohl. Wie man vegan und ohne Ei paniert, erkläre ich euch in diesem Post hier. Jetzt geht´s aber erstmal an die Bratlinge:


Was ihr für die veganen Hirsebratlinge (6 - 8 Stück) braucht...


1 Tasse Hirse
1 Zwiebel
1 Paprika
1 Karotte
1 Knoblauchzehe
1 Bund Petersilie
2 EL Ajvar, mild
2 EL Tomatenmark
3 EL Zwiebelschmalz (auf Pflanzenbasis versteht sich! Den wunderbar leckeren, vegaen Streich gibt es in Bioläden oder Reformhäusern zu kaufen)
etwa Soja- oder Kichererbsenmehl
2 TL Paprikapulver, edelsüß
1 kl. TL Cayenne
Salz, Pfeffer

Öl oder Alsan zum Braten


Was ihr für die veganen Hirsebratlinge machen müsst...


1.) Die Hirse nach Packungsanleitung gar kochen und kurz abkühlen lassen und in eine kleine Schüssel geben.

2.) Zwiebel, Paprika und Karotte in sehr feine Würfel schneiden. Knoblauch und Petersilie fein hacken. 

3.) Das geschnibbelte Gemüse, den Knoblauch und die Petersilie in die Schüssel zu der Hirse geben. Ajvar, Tomatenmark, Zwiebelschmalz und Gewürze hinzugeben und gut mit der Hirse vermischen. 
Damit die Bratlinge beim Braten nicht zerfallen, muss noch reichlich Soja- oder Kichererbsenmehl untergeknetet werden. Einfach so viel von dem Mehl hinzugeben, bis die Masse schön kompakt wird - ich brauche dafür meist so 6 gehäufte Esslöffel. Die Masse nochmal mit Salz abschmecken.

4.) Öl oder Alsan in einer Pfanne erhitzen und. Kleine, nicht zu dicke Bratlinge aus der Hirse-Masse formen und in der Pfanne von beiden Seiten knusprig anbraten.

Tipp: Falls euch die Bratlinge in der Pfanne zerfallen - wie es mir manchmal passiert - gebt ihr die angebratenen Bratlinge einfach nochmal zurück zu der restlichen Hirse-Masse und sorgt mit etwas mehr Soja- oder Kichererbsenmehl für die richtige Bindung. Dann nochmal Bratlinge daraus formen und
zurück in die Pfanne hauen.



Vegan panieren, leicht gemacht: So paniert ihr ohne Ei

Ein paar einleitende Worte... 


Versucht man sich als veganer Hobbykoch, bekommt man oft die seltsamsten Vorurteile zu hören:

Urs Aechlich (27) meinte: "Vegan Kochen? Weiß nicht...ich steh nicht so auf Körner mit Blumen. Will keiner von diesen missionierenden Öko-Hipstern werden."

Phil Frass (45) denkt: "Ich würde ja gerne mal vegan kochen, aber das ist bestimmt super kompliziert und ich bin kein gelernter Koch.." 

Yvonne Derwei (30) fragt sich: "Was soll man bitte schön ohne Sahne, Milch oder Ei kochen - geschweige denn backen können?! Da darf ja nicht einmal Fleisch auf den Teller!"

Ist natürlich alles Humbug. Die vegane Küche ist weder geschmacksfeindlich oder einseitig noch ungesund, fantasielos und kompliziert. Außerdem gibt es kaum ein Gericht, für das es keine vegane Alternative gibt. Viele Zutaten lassen sich ohne großen Aufwand veganisieren:
Statt Sahne gibt`s Pflanzencuisine. Anstelle von Milch verwendet man Pflanzen-Milch aus Hafer, Reis, Haselnuss, Soja, Mandel oder Dinkel. Die Butter wird von Margarine ersetzt und das Ei weicht je nach Rezept dem Soja- oder Kichererbsenmehl, gequollenem Leinsamen-Schrot oder einer zerdrückten Banane. (Mehr zum Thema Ei-Ersatz erfahrt ihr übrigens hier >>> KLICK <<<)

So kommt es auch - Wunder oh Wunder! - , dass man in der veganen Küche köstliche Panaden zaubern kann. Und das ganz ohne Ei!

Wie ihr ohne Ei paniert

 

Alles was ihr für die vegane Panade braucht, ist Sojamehl - das gibt es in Reform- oder Biohäusern zu kaufen. In der veganen Küche wird natürlich kein Schnitzel von Panade umhüllt, sondern beispielsweise Zucchini, Sellerie, Zwiebel oder Blumenkohl.


Was ihr für das vegane Panade-Wunder ( 2 - 3 Portionen) braucht...


6 - 8 EL Sojamehl
0,5 - 1 Tasse Mehl
0,5 - 1 Tasse Semmelbrösel
2 Portionen Gemüse deiner Wahl (z.B. Blumenkohl, Zucchini, Sellerie, Zwiebel oder z.B. Lupinen- oder Soja"schnitzel")
Salz, Pfeffer
Gewürze wie Muskat, Paprika, Kümmel, Cayenne, getrocknete Kräuter usw. (die Wahl der Gewürze ist ganz abhängig von dem auserkorenen Gemüse)

Öl oder ALSAN zum Ausbacken

 

Was ihr für das vegane Panade-Wunder machen müsst...


1.) Das Sojamehl in einem tiefen Teller mit etwa der doppelten Menge Wasser zu einer ei-artigen Flüssigkeit verquirlen. Der Soja-Ei-Ersatz sollte nicht zu flüssig, aber auch nicht zu fest sein! Sonst könnt ihr damit nichts Panieren).

2.) Den fertig verquirlten Ei-Ersatz mit Salz und Pfeffer sowie den anderen Gewürzen und Kräutern deiner Wahl abschmecken.

3.) Das Mehl in einen tiefen Teller geben. Die Semmelbrösel in einen tiefen Teller geben.

4.) Das ausgewählte Gemüse nach Belieben zerkleinern (z.B. die Zucchini in längs oder quer geschnittene Scheiben, den Blumenkohl in mundgerechte Stücke, den Sellerie in "schnitzel-ähnliche" Portionen usw.) und im Salzwasser kurz Blanchieren.

5.) Jetzt geht es an das eigentliche Panieren. Dazu das Gemüse erst im Mehl wälzen, dann in den Soja-Ei-Ersatz tunken und zuletzt mit Semmelbröseln umhüllen.

6.) Fett in einer Pfanne erhitzen und das panierte Gemüse rundherum knusprig anbraten.

Meine letzte vegane Panade habe ich für den gebackenen Blumenkohl gebraucht, den es als Beilage zu diesen Hirse-Bratlingen gegeben hat. Auch bei diesen Auberginen-Türmchen habe ich mit der veganen Panade-Methode gearbeitet.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Selbstgemacht ist immer besser: Seitan

foto: martina lakotta




Seitan ist ein veganer Fleischersatz. Er ist vielfältig einsetzbar und kann zum Beispiel für ein veganes Gulasch, einen fleischlosen Braten oder ein tierfreies Geschnetzeltes herhalten. Inzwischen gibt es ihn zwar auch in Bioläden und Reformhäusern zu kaufen - man kann ihn aber genauso gut selbst zu Hause machen. Schwer ist das nicht und selbstgemacht schmeckt einfach immer besser, nä? 


Und wer hat´s erfunden?

 
Erfinder dieser Speise sollen jedenfalls chinesische und japanische Zen-Buddhisten gewesen sein, die den Seitan als Ersatz für Hühner- und Schweinefleisch entwickelt haben.
Und auch heute noch ist Seitan richtig gewürzt ein wunderbarer Fleischersatz auf Weizenbasis. (Angesichts der sonst meist recht sojalastigen Ersatzprodukte eine willkommene Abwechselung, wie ich finde.)

Für was der Seitan hier gebraucht wird


Ich zeige auch in diesem Post ein Grundrezept für Seitan, das besonders gut zu diesem veganen Gulasch hier passt - variiert man die Gewürze jedoch entsprechend, gilt das selbe Rezept für beispielsweise einen Seitan-Braten.


Was ihr für den Seitan braucht...


250 g Weizengluten (gibt es in Bio- und Reformhäusern zu kaufen)
4 TL Hefeflocken (auch die gibt es in besagten Läden)
3 TL Paprikapulver, edelsüß
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Salz
2 TL Knoblauchpulver
2 TL Zwiebelpulver
1 TL Pfeffer
1 TL Cayenne 
200 ml Wasser
2 EL Öl (z.B. Mohn- oder Olivenöl)
3 TL Tomatenmark
1 EL Sojasoße

Alufolie


Was ihr für den Seitan machen müsst...


1.) Bevor es an den  Seitan geht, erst einmal den Ofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.

2.) Während der Ofen warm wird schon mal die trockenen Zutaten in einer Schüssel gut miteinander vermischen. In einem separaten Gefäß selbiges mit den flüssigen Zutaten (also Wasser, Öl, Tomatenmark und Sojasoße) machen.

3.) Jetzt die flüssigen Zutaten zu den Trockenen dazugeben und in etwa zwei bis drei Minuten zu einem glatten Teig verkneten. 

4.) Den rohen Seitan in drei gleichgroße Stücke zerteilen und jeweils zu einer etwa 3-Finger-dicken Wurst rollen. Jede Seitan-Wurst wie ein Bonbon in Alufolie wickeln und in etwa 35 bis 40 Minuten im vorgeheizten Ofen fertig backen.

Ich habe den Seitan - wie oben ja schon erwähnt - für dieses vegane Gulasch hier zubereitet. Weil ich dafür nicht so große Stücke brauchte, habe ich den rohen Seitan auch in drei kleinere Rollen geformt. Wenn ihr z.B. einen veganen Braten aus dem Seitan machen wollt, könnt ihr ihn auch am Stück lassen, in Alufolie rollen und so fertig backen. Dann müsst ihr allerdings auch die Backdauer auf etwa 80 Minuten erhöhen - ansonsten bleibt euer Seitan innen gatschick, weil noch roh.


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