Mittwoch, 10. Februar 2016

Mangoldgemüse im Yufka-Schiffchen mit Granatapfelkernen und Schmelzkern

Wer braucht schon Besteck und Teller, wenn es Fingerfood gibt... foto: martina lakotta

Fingerfood ist toll


Fingerfood ist toll. Es ist klein, lecker, besonders, vielseitig, raffiniert, ein Hingucker und kann - wider den sonst gängigen Konventionen - einfach mit den Fingern gegessen werden. Kein doofes Besteck und kein Teller, die einen dazu zwingen, sich an den Tisch zu begeben, den Rücken gerade zu machen und brav sitzen zu bleiben, bis alles aufgegessen ist. Nein! Mit Fingerfood ist alles besser. Man schnappt sich einfach ein Teilchen mit den Tatzen, schiebt es sich in den Mund und kann dann gleich damit fortfahren, auch noch die anderen Fingerfüüüüter zu probieren. Schließlich kommt so ein Fingerfood im besten Fall nicht allein auf das gut sortierte Gastgeber-Buffet, sondern in seiner ganzen Vielfalt. Dann warten zahlreiche, leckere Varitionen allesamt darauf, Stück für Stück verköstigt zu werden. Und wenn eines der Teilchen dem Gaumen ganz besonders geschmeichelt haben sollte, kann man sich gleich noch ein Zweites davon hinterherschieben. Die sind ja nicht ohne Grund so schön klein. Alles in allem ist Fingerfood also eine echt feine Sache.

Aber Fingerfood muss schnell gehen


Aber es gibt ja immer zwei Seiten einer Medaille. So auch hier: Fingerfood ist für die lieben Gäste sicherlich immer 'ne tolle Sache, aber für den, der sie zubereitet, meist mit einem Arsch voll Arbeit verbunden. Hier ist es nicht damit getan, alle Zutaten in einen Topf zu schmeißen, umzurühren, den fertigen Fraß auf Teller zu klatschen und seinen Gästen vor den Latz zu hauen. Nein - Fingerfood für Fingerfood will einzeln, mit gaaaaanz viel Liebe und Detail produziert werden. Und weil so ein Fingerfood meistens zu besonderen Anlässen und nicht einfach mal so, Mittwochabend, zur zünftigen Jause daheim serviert wird, stehen gerne auch mal mehr Gäste auf der Matte, deren Mäuler es gilt zu stopfen. Drum müssen die kleinen Häppchen nicht nur liebevoll, sondern dazu auch noch in größerer Zahl zubereitet werden. Das macht die Sache dann schon etwas aufwendiger. 
Folglich ist man auch als ambitionierter Hobbykoch durchaus dankbar für simple Rezepte, die ordentlich was hermachen und trotzdem keiner tage- und nächtelangen Vorbereitung bedarfen. Das optimale Fingerfood ist also nicht nur wundervoll anzusehen und ein Highlight für die Geschmacksknospen, sondern im Idealfall auch noch easy zubereitet. Drum ist es, wie ich finde, höchste Zeit, ein bisschen Vingervood auf den hier Blog zu bringen. Den Anfang machen Yufka-Schiffchen mit Mangoldgemüse, Granatapfelkernen und einer zart schmelzenden Überraschung im Inneren...


Außen Yufka, innen Granatapfel, Räuchertofu und Mangold. Und ganz Innen: Ein leckerer Schmelz aus Mandelmus. foto: martina lakotta


Mangoldgemüse im Yufka-Schiffchen mit Granatapfelkernen und Schmelzkern


Mangold sollte viel öfter in unseren Mägen landen. Etwas, das Gold im Namen trägt, kann ja so verkehrt nicht sein. Und dazu ist das Gemüse auch noch gesund: Mangold ist nämlich reich an Mineralstoffen wie Kalium, Eisen, Phosphor und Magnesium und punktet Vitamin-mäßig mit einem hohen Gehalt an Vitamin A und C. Schmecken tut er obendrein natürlich auch. Und das ist immer eine gute Voraussetzung zur kulinarischen Weiterverarbeitung. 

Und was genau ist jetzt eigentlich Yufka?


Bevor es an das Rezept geht, will ich noch ein paar Worte zu diesem "Yufka" verlieren. Denn das komische Wort mit Y ist womöglich nicht jedem ein Begriff. Dabei verbirgt sich dahinter gar kein großes Mysterium: Yufka ist nämlich der hauchdünne, türkische Teig, der beispielsweise bei Baklava oder Börek zum Einsatz kommt. Er besteht lediglich aus Mehl, Wasser, Öl und etwas Salz und kann inzwischen nicht mehr nur beim Türken um die Ecke, sondern auch in den meisten gut sortierten Supermärkten ergattert werden. Eigentlich mache ich ja am liebsten so viel wie nur möglich selbst. Aber um den Teig so perfekt und hauchdünn hinzubekommen, muss man schon einiges an Zeit aufwenden. Drum ist die Fertig-Variante hier durchaus legitim, wie ich finde.


Was ihr für das vegane Fingerfood (12 Stück) braucht...


Yufka-Teig
4 Blätter Mangold
2 Zehen Knoblauch
1 kleine Zwiebel
1/2 Granatapfel
50 g Räuchertofu
Thymian
Kumin aka. Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer
3 - 4 EL weißes Mandelmus
Öl zum Bepinseln und Braten


Was ihr für das vegane Fingerfood machen müsst...


1.) Die Yufka-Teigblätter in vierundzwanzig 15x15cm große Quadrate schneiden und abgedeckt mit einem feuchten Küchentuch bei Seite legen. Den Mangold schnibbeln, den Räuchertofu in kleine Würfel schneiden, den Knoblauch sowie die Zwiebel fein hacken und die Granatapfelkerne aus dem Gehäuse befreien.

2.) Den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen.

2.) Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln zusammen mit dem Knoblauch glasig darin andünsten. Den Mangold und den Räuchterofu dazugeben und alles für etwa fünf Minuten rührbraten. Die Granatapfelkerne dazugeben. Mit Salz, Pfeffer, Tyhmian sowie Kumin abschmecken und bei Seite stellen.

3.) Eine Muffinform mit Öl einpinseln und in jede Mulde die diagonal gelegten Yufka-Teigblätter drücken. Gegebenenfalls die Ecken noch etwas kürzen. Auf den Boden jedes Schiffchens einen Klecks weißes Mandelmus geben und dann mit dem vorbereiteten Mangold-Gemüse befüllen.

4.) Die Yufka-Schiffchen in den vorgeheizten Ofen schieben und in 15 bis 20 Minuten fertig backen.  


foto: martina lakotta

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